MANFRED VON GLEHN

Soziologe, Buchautor und bildender Künstler

Ich begrüße Sie auf meiner Homepage und möchte mich kurz vorstellen. Meine Vorfahren väterlicherseits stammen aus Ostpreußen und hießen Wöhlcke. Unter diesem Namen habe ich zahlreiche sozialwissenschaftlichen Publikationen verfasst. Da ich seit 15 Jahren nicht mehr in der Forschung tätig bin und ausschließlich als Autor belletristischer Texte und bildender Künstler arbeite, wollte ich diese Tätigkeit deutlich von meiner früheren beruflichen Vita abgrenzen und habe aus diesem Grund den Namen meiner Mutter angenommen. Deren deutsch-baltische Familie lebte bis zu ihrer Vertreibung Ende des Ersten Weltkriegs in der Nähe von Reval (heute Tallinn). Mein Urgroßvater Nikolai v. G. (1841 – 1923) war der Gründer der Stadt Nömme, und mein Großvater Manfred v. G. (1867 – 1924) war ein bekannter Dichter religiöser Lieder (z. B. Du großer Gott, wenn ich die Welt betrachte).

Ich wurde in Berlin geboren und bin als Pflegekind in Brasilien aufgewachsen. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst bei der Marine (Abgang als Leutnant zur See) habe ich Soziologie, Psychologie sowie Romanistik in Kiel, São Paulo und Erlangen studiert, mit einer Dissertation über inter-ethnische Marginalität promoviert (Universität Erlangen) und mit einer Abhandlung über die Theorie der abhängigen Entwicklung habilitiert (Freie Universität Berlin). Ich war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Ursprünglich wollte ich eine Universitätslaufbahn im Bereich der Kulturwissenschaften einschlagen, aber letztlich bin ich ganz woanders gelandet, nämlich in der wissenschaftlichen Politikberatung für das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt und den Deutschen Bundestag. Meine fachlichen Schwerpunkte lagen im Bereich der politischen Soziologie Lateinamerikas, der internationalen Entwicklungs- und Umweltpolitik, des globalen demographischen Wandels und der transnationalen Migration.

Meine berufliche Karriere habe ich zweimal unterbrochen, um als freier Künstler zu leben, aber das hat nicht funktioniert, sodass ich mit einigem Glück beide Male wieder in meinen 'Brotberuf' zurückgekehrt bin. Seit 2001 lebe ich in Niederbayern. Davor war ich zehn Jahre in Hamburg und zwanzig Jahre in Oberbayern. 2003 habe ich meine wissenschaftliche Laufbahn beendet und arbeite seither als Autor belletristischer Literatur und gegenständlicher Maler.

Das große Gedächtnis. Öl auf Leinwand, 80 x 100  cm

Ich habe über 40 fachliche und belletristische Bücher (u. a. bei dtv, Beck, Klett und Nomos) sowie zahlreiche Beiträge für Sammelbände, Fachzeitschriften und Presseorgane publiziert. Daneben habe ich mehrere sozialwissenschaftliche Standardwerke aus dem Portugiesischen übersetzt (u. a. bei Suhrkamp). Zwei meiner Bücher wurden ins Türkische übersetzt, ein weiteres ins Japanische. Das letztgenannte Buch ('Soziale Entropie', dtv) wurde auch für ein modernes Ballett bearbeitet und in einem Salzburger Theater aufgeführt ('Editta-Braun-Company').

Eine Liste meiner Monographien finden Sie unter der Rubrik 'Bücher'.

Parallel zur wissenschaftlichen und belletristischen Tätigkeit war ich immer künstlerisch aktiv. Angefangen habe ich mit Zeichnungen (Bleistift, Rötel, Feder, Tusche), Siebdrucken, Cartoons, Plakaten, Buchumschlägen und Illustrationen. Im Laufe der Zeit habe ich mich stärker auf die gegenständliche Malerei verlegt. Im Gegensatz zum Realismus des 19. Jahrhunderts vertrete ich einen 'Neuen Realismus', bei dem es nicht um die möglichst genaue Darstellung eines konkreten Sujets geht, sondern um dessen emotionale und ästhetische Aura. Diese ist sozusagen der Geist des Gegenständlichen. Sie ist es, die mich in erster Linie interessiert.

Da sie unsichtbar ist, kann man sie nicht direkt abbilden, aber man kann sie trotzdem einfangen und sogar verstärken. Dies lässt sich jedoch nicht erzwingen, sondern ergibt sich während des Malens aus vielen scheinbaren Zufällen, die in ihrem Zusammenwirken manchmal wie sinnvolle Fügungen erscheinen. Dann ist jene Aura plötzlich auf dem Bild, und man weiß hinterher gar nicht, wie man das gemacht hat. Man kann diesen Prozess auch nicht beliebig wiederholen. Ich erlebe das wie ein unerwartetes Geschenk. Andere Bilder mögen technisch noch so gut sein, trotzdem geben sie jene Aura nicht wieder und bleiben entsprechend flach. In der guten gegenständlichen Malerei geht es also nicht um eine fotografisch genaue Wiedergabe, sondern letztlich um eine immaterielle Aussage. Diese sensibilisiert unsere Wahrnehmung, unser Weltbild und uns selber durch ein zartes Gefühl, einen Zauber, einen spirituellen Hauch, einen inneren Klang, einen symbolischen Gehalt oder irgendetwas anderes, das über die bloße Abbildung hinausgeht.

Selbstbildnis mit dem Unbewussten. Öl auf Leinwand, 80 x 100  cm

Ich male meistens mittelgroße Formate (80/100 bis 100/120 cm) in Kunstharz mit natürlichen Farbpigmenten, gelegentlich auch in Tempera und Öl. Meine Motive finde ich in der belebten und in der unbelebten Natur. Sie sind nicht spektakulär. Ich beschäftige mich sozusagen mit den kleinen Wundern des Alltäglichen. Meine Bilder wirken auf die Entfernung sehr realistisch, aber sie sind fast impressionistisch, wenn man sie aus der Nähe betrachtet, denn ich bevorzuge einen ziemlich groben Pinselstrich und setze die Farben fleckenweise zusammen. Die Darstellung bekommt dadurch Leben und Spannung.

Ich habe zwei Galerien für zeitgenössische Kunst geleitet, bin Mitglied im Kunstverein Passau sowie in der Künstlergruppe WOYD und war lange Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler (BBK) sowie im Kunstverein Wolfstein.

Im folgenden Abschnitt ist eine kleine Auswahl meiner Bilder zu sehen. Eine größere Auswahl finden Sie in meiner
Internet-Galerie ARS NOVA unter www.manfred-von-glehn-galerie.eu